6. Treffen (Hort-Situation)

Presseerklärung – 6. Treffen der Bürgerliste

– Hortsituation in Bad Harzburg –

Bei unserem 6. Treffen waren die Hortsituation und unser Besuch bei Electrocycling sowie ein längeres Gespräch mit einem Vertreter der Feuerwehr Bad Harzburg die wichtigsten Themen. Der Betrieb Electrocycling hat auf uns einen sehr aufgeräumten und sicherheitsbewussten Eindruck gemacht. Dazu wird eine eigene, umfangreichere Pressemitteilung erarbeitet werden.

Zur Hortsituation:

Mit einer animierten Bevölkerungspyramide des statistischen Bundesamtes haben wir uns die Bevölkerungsentwicklung für die nächsten Jahre angesehen – um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der Mangel an Hortplätzen sich in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Es ist davon auszugehen, dass sich die Situation in den nächsten 5 Jahren noch verschärft und es dann (ab ca. 2030) sukzessive besser wird, weil dann nach und nach deutlich weniger Kinder pro Jahrgang prognostiziert werden.

Dieser Umstand hängt damit zusammen, dass die Jahrgänge 1958 – 1966 extrem stark besetzt waren (die sog. Baby-Boomer-Generation). Deren Kinder waren dann zwar insgesamt weniger – aber immer noch viele – und deren Kinder (also die Enkelkinder der Babyboomer) lösen den aktuellen Notstand zahlenmäßig aus.

Das Dilemma:

Das Dilemma ist, dass man durch die Schaffung neuer, normaler Hortplätze die Situation zwar entschärfen könnte, aber man würde damit dann Ressourcen schaffen, die ca. 10 Jahre später tendenziell nicht mehr gebraucht werden.

Hört sich komisch an – ist aber so! Dieses Problem ist im Grunde das immer gleiche – und war schon seit 1969 – als zwei Mitglieder der Bürgerliste eingeschult wurden. Viel zu viele Kinder in viel zu großen Klassen mit viel zu wenig Lehrern … und niemand hätte damals mehr Schulen gebaut oder mehr Lehrer eingestellt, weil 1968 der sogenannte Pillenknick dazu führte, dass 1/3 weniger Kinder zur Welt gekommen sind und es war 1969 ja also bekannt, dass 1974 1/3 weniger Kinder eingeschult werden würden.

Kann man das für Bad Harzburg trotzdem lösen?

Ja – aber da muss man einmal öfter um die Ecke denken, denn es dürfte wenig Sinn machen, für eine Lösung auf das Rathaus zu warten, das die Grenzen ja bereits aufgezeigt hat. Eltern müssen die Dinge selbst in die Hand nehmen!

Die Bürgerliste wird auf zwei Ebenen selbst aktiv werden:

Am 21.10.2020 sind zwei unserer Mitglieder beim Landkreis, um die Modalitäten für die Gründung eigener Betreuungsangebote zu klären (Vorschriften, Zuschüsse, Personalbedarf, Räumlichkeiten der Öffentlichen Hand etc.). Mit dieser Kenntnis wollen Mitglieder der Bürgerliste versuchen (gemeinsam mit Betrieben der Region) ein privates Betreuungsprojekt zu organisieren. Entsprechende Vorbilder gibt es in Goslar.

Die Bürgerliste wird eine Petition erarbeiten, die den Bundestag auffordert für die nächsten 10 Jahre die Vorschriftenlage rund um private Betreuungsangebote zu lockern, damit Eltern sich wenigstens ohne zu viel Aufwand selbst helfen können.

Präzedenzfälle für diese Art zu denken sind die Aussetzung der Ausbilder-eignungsverordnung (AEVO) in der Berufsausbildung von 2003 bis 2009 oder die Aussetzung der Insolvenzordnung wegen der Pandemie. In diesen beiden Fällen ging bzw. geht es unter dem Strich um die Lösung eines zeitlich befristeten Problems durch die Lockerung von Vorschriften – siehe oben.

Fazit:
Der Bürgermeister hat sich schon in der Ratssitzung im Februar 2020 festgelegt, dass die Stadt keine weiteren Hortplätze schaffen kann – sowohl weil keine Fachkräfte zu finden sind als auch weil die Genehmigungsverfahren einige Jahre dauern würden. Deshalb müssen die betroffenen Eltern das Thema selbst in die Hand nehmen.

Gut wäre, wenn wir noch weitere Kandidaten finden – denn wir alle gemeinsam können ab 2021 Bad Harzburg verändern, – aber dafür braucht es eine andere Mehrheit im Rat – nämlich eine Mehrheit der Bürgerliste!

Mitmachen!
Denn we
r meckert muss auch „B“ sagen = „B“ wie Bürgerliste …

Hier als pdf zum Download